80 Menschen für ein Klimagerät

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Ein Blick hinter den Kulissen von General (Fujitsu)

Es ist warm. Nicht einfach nur sommerlich warm, sondern diese besondere, fast schwere Wärme, die man aus tropischen Regionen kennt. In Thailand gehört sie zum Alltag – genauso wie Klimaanlagen.

Vor uns liegt das Werk von GENERAL Air Conditioning Manufacturing im Industriegebiet von Laem Chabang, östlich von Bangkok. Hier entstehen Klimageräte, die später in Häusern, Büros und Unternehmen auf der ganzen Welt für angenehme Temperaturen sorgen.

Für uns von Risch Kälte & Klimatechnik bot sich hier eine besondere Gelegenheit: ein Blick hinter die Kulissen der Produktion. Eine Chance zu sehen, wie aus Metall, Kupfer und vielen einzelnen Arbeitsschritten ein technisches System entsteht, das später bei unseren Kunden für Komfort sorgt.

Doch bevor wir die Produktion betreten, beginnt unser Besuch zunächst im Schulungsraum.

Herzlich willkommen bei GENERAL

Wir werden freundlich empfangen und nehmen in einem Konferenzraum Platz. Auf der Leinwand startet eine Präsentation über das Unternehmen, den Standort und die Produktionsprozesse.

Im Werk werden unterschiedliche Klimageräte hergestellt – vom klassischen Fenstergerät bis zu komplexeren Systemen für größere Anwendungen. Produziert wird unter anderem für die Marken

GENERAL, Airstage und Fujitsu.

Schon während der Präsentation wird deutlich: Die Produktion ist bis ins Detail organisiert. Jeder Schritt ist klar strukturiert, jeder Bereich hat seine Aufgabe.

Doch erst während der anschließenden Werksführung wird uns wirklich bewusst, wie viel Arbeit hinter einem einzigen Klimagerät steckt.

Handwerk von Anfang an bis zur Endmontage

Wenn man an industrielle Produktion denkt, stellt man sich oft Maschinen und automatisierte Prozesse vor. Doch das, was wir im Werk sehen, ist vor allem eines:

Handwerk.

Am Anfang stehen einfache Materialien: Stahlplatten, Kupferrohre und Aluminiumlamellen.

Aus diesen Bauteilen entsteht Schritt für Schritt eine Klimaanlage.

Die Stahlplatten werden zunächst gepresst, geformt und anschließend lackiert. Aus ihnen entstehen die Gehäuseteile der späteren Geräte.

Parallel dazu werden Kupferrohre bearbeitet. Sie werden zugeschnitten, gebogen und miteinander verbunden. Diese Rohre bilden später den Kältekreislauf –

das Herzstück jeder Klimaanlage.

Ein besonders beeindruckender Produktionsschritt ist die Herstellung der Wärmetauscher. Aluminiumlamellen werden gepresst und mit Kupferrohren verbunden. U-förmige Rohrstücke verbinden die einzelnen Elemente. Anschließend werden die Bauteile verlötet, damit die Wärme später möglichst effizient übertragen werden kann.

Hier wird deutlich, wie entscheidend Präzision ist.

Kleine Abweichungen könnten später die Effizienz der Anlage beeinflussen.

Die Montage – viele Hände für ein Gerät

KI generiertes Bild

An den Montagelinien laufen schließlich alle Komponenten zusammen.

Station für Station arbeiten die Mitarbeitenden daran, aus einzelnen Bauteilen ein fertiges Gerät entstehen zu lassen. Ventilatoren werden eingesetzt, Elektronik angeschlossen, Kompressoren montiert und Gehäuse verschraubt.

Alles folgt einem klaren Ablauf.

Was uns dabei besonders überrascht hat, ist eine Zahl, die während der Führung genannt wird:

Rund 80 Menschen arbeiten an der Herstellung eines einzigen Klimageräts.

80 Arbeitsschritte.
80 Paar Hände.

Jeder Mitarbeitende übernimmt dabei einen kleinen, aber entscheidenden Teil.

Produktion im Blick

Während der Führung fällt uns ein besonderes System auf. In den Produktionshallen hängen Bildschirme, auf denen jederzeit der aktuelle Produktionsstand zu sehen ist.

Dort wird angezeigt, wie viele Geräte bereits produziert wurden und wo der Tagesstand im Vergleich zum Ziel liegt.

Die Darstellung ist einfach und klar verständlich:

🟢 bedeutet, dass das Ziel erreicht ist.
🔴 zeigt, dass noch aufgeholt werden muss.

So weiß jede Abteilung jederzeit, wo sie im Tagesplan steht.

Die Menschen hinter der Technik

Neben der beeindruckenden Organisation der Produktion sind es vor allem die Menschen, die uns in Erinnerung bleiben.

Die Fertigung erfolgt größtenteils in Handarbeit und erfordert viel Konzentration, Erfahrung und Präzision. Viele Mitarbeitende sind hoch spezialisiert auf ihren jeweiligen Arbeitsschritt.

Trotz der Größe der Produktionshallen wirkt das Umfeld erstaunlich ruhig und strukturiert. Die Abläufe sind eingespielt, jeder Handgriff sitzt.

Viele begegnen uns mit einem freundlichen Lächeln.

Man spürt, dass jeder genau weiß, welche Aufgabe er im Gesamtprozess übernimmt – und wie wichtig dieser Beitrag für das fertige Produkt ist.

Qualität als Grundprinzip

Bevor ein Klimagerät das Werk verlässt, wird es intensiv geprüft.

Dazu gehören verschiedene Tests, unter anderem eine

Dichtigkeitsprüfung, Hochspannungsprüfung, Vibrations- und Funktionstests, Sicherheitsprüfungen.

Erst wenn alle Tests bestanden sind, wird das Gerät verpackt und für den Versand vorbereitet.

Das Werk arbeitet dabei mit einem

international zertifizierten Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001.

Qualität ist hier kein Schlagwort  – sondern ein klar definierter Prozess.

Nachhaltigkeit in der Produktion

Auch das Thema Umwelt spielt im Werk eine Rolle. Das Unternehmen arbeitet mit einem

Umweltmanagementsystem nach ISO 14001.

Auf den großen Hallendächern wurden Solaranlagen installiert,

die einen Teil der Energie für die Produktion liefern.

Damit wird der Energieverbrauch reduziert und erneuerbare Energie direkt vor Ort genutzt.

Der Abschied

Nach der Werksführung treten wir wieder nach draußen. Die Sonne steht hoch am Himmel, tierförmige Topiary-Figuten (Formschnitte) säumen die Einfahrt des Werks.

Entlang des Weges haben sich Mitarbeitende aufgestellt. In ihren Händen halten sie kleine Fahnen – thailändische Flaggen und Unternehmensflaggen.

Sie verabschieden uns freundlich.

Und auch hier zeigt sich wieder das, was uns den ganzen Tag begleitet hat:

Disziplin, Organisation und Respekt.

Ein letzter Gruß. Ein letztes Lächeln.

Was bleibt

Auf der Rückfahrt denken wir noch einmal über eine Zahl nach:

80 Menschen für ein Klimagerät.

80 Beiträge zu einem Produkt, das später irgendwo auf der Welt für angenehme Temperaturen sorgt.

Wenn wir künftig bei unseren Kunden eine Klimaanlage installieren, sehen wir vielleicht nicht nur Technik.

Sondern auch die vielen Hände, die daran gearbeitet haben. Die Präzision der einzelnen Arbeitsschritte. Die Organisation einer Produktion, in der jeder Teil zum Ganzen beiträgt.

Ein Blick hinter die Kulissen, der uns einmal mehr zeigt, wie viel Arbeit, Erfahrung und handwerkliches Können in moderner Klimatechnik steckt.

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